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Die Abzocke mit den Schaumküssen

Und wieder bin ich darauf reingefallen. Bei einem Einkauf im Supermarkt stoße ich inzwischen an die Grenze meiner Kopfrechenkünste. Ist das Produkt A günstiger als das Produkt B? Diese Frage, so einfach sie klingt, ist gar nicht mehr so trivial. Unterschiedliche Größen der Verpackung machen einen direkten Vergleich nahezu unmöglich. Die Schaumküsse (um nicht die abwertende Bezeichnung „Negerküsse“ zu verwenden) der Firma A sind mit einem Packungsinhalt von 19 Stück günstiger als von der Firma B mit 24 Schaumküsse. Doch ist Packung A wirklich günstiger?  Was kostet ein Schaumkuss? OK, die Rechnung ist einfach: 1,29 EUR geteilt durch 19 … tja, Kopfrechnen ist gar nicht so einfach….
Der Gesetzgeber hat angeordnet, dass heutzutage ein Grundpreis angegeben werden muss. Also was beispielsweise 100g oder 1 Stück kosten. Genaue Regeln, auf welchen Wert gerechnet werden muss, gibt es nicht. Und die Industrie – natürlich nicht dumm – nutzt diese „Lücke“ wieder aus und gibt beispielsweise bei Marmeladen unterschiedliche Grundpreise aus. Mal ein Kilo, mal 100g. Ok, das sollte dann wirklich jeder im Kopf rechnen können, doch Transparenz sieht anders aus.
Und wer schaut schon immer auf den Grundpreis? Bei vielen Produkten sind wir gewohnt, dass der Packungsinhalt immer gleich ist. Milch gibt es immer in einer 1-Liter-Flasche oder Beutel, Zucker und Mehl immer zu 500g. Tja, das war einmal. Die Europäische Union hat 2009 die in Deutschland verbindlichen Mengenangaben für Lebensmittel aufgehoben. Seither nutzt die Industrie dies munter aus (siehe auch: Mit der Lizenz zum Mogeln ) Nun gibt es die Milch in 0,5 und 0,75 Liter, Cocktail-Tomaten in 400 statt 500g-Schalen, Süßigkeiten mit einem Riegel weniger als vorher. Die Preise bleiben konstant – nur der Inhalt ist geringer. Also eine versteckte Preiserhöhung.

2 Kommentare 4.8.10 19:52, kommentieren

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Sirmark und das Elterngeld

Ja ist jetzt die Geburtenrate gestiegen oder nicht? Hat das Elterngeld endlich den Erfolg gebracht, dass in ein paar Jahren mehr rotzfreche Bengel mich in der Straßenbahn anpöbeln oder sterben wir langsam aus? Tja, wenn ich das nur wüsste …

Eine neue Studie zeigt wohl, dass zwar die Zahl der Mütter nicht steigt, wohl aber deren Anzahl Kinder. Soll heißen, Mütter bekommen nun mehr als durchschnittlich 1,x Kinder. Statistiker rechnen mit 675000 Neugeborenen. In Prozent ausgedrückt ist das ein Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So musste also das statistische Bundesamt trotz Elterngeld mitteilen, dass im vergangenen Jahr erneut weniger Kinder auf die Welt gekommen sind.

Gemäß dem Motto „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ kann man auch viel positives aus den Zahlen errechnen. Zeigen die Zahlen, dass die Zahlen der Geburten absolut gesunken sind, so zeigen diese Zahlen nicht, dass die Zahl der Frauen im geburtsfähigen Alter noch stärker gesunken ist.

"Wir haben durch die geringen Geburtenzahlen der vergangenen Jahrzehnte einen starken Rückgang der potentiellen Mütter", so Reiner Klingholz, Leiter des Berliner Instituts.

Selbst bei einer gleichbleibenden Geburtenrate könne die Zahl der Kinder deshalb nicht steigen - denn wo weniger Frauen sind, werden auch weniger Kinder geboren. "Dass die Zahl der Geburten quasi gleich geblieben ist, ist deshalb schon ein kleiner Erfolg."

Besonderes Augenmerk richten die Forscher gen Osten. Denn mit der Einführung des Elterngeldes haben die neuen Bundesländer massiv zugelegt. "Parallel zur Einführung des Elterngeldes 2007 werden Familiengründungen in ganz Deutschland wieder häufiger. Der Effekt war besonders im Osten Deutschlands zu beobachten, unter anderem, weil dort der Nachholbedarf nach dem massiven Geburteneinbruch Mitte der neunziger Jahre bis heute anhält.", so Klingholz weiter.

Wurden 1997 in den neuen Bundesländern durchschnittlich nur 1,04 Kinder pro Frau geboren, waren es 2006 wieder 1,3 Kinder. Der Westen senke im gleichen Zeitraum seine Quote von 1,44 auf 1,34 Kinder.

"Weil das 2007 eingeführte Elterngeld die Doppelverdienergemeinschaft und damit erwerbstätige und oft auch gut qualifizierte Frauen begünstige, können diese Regionen davon nur wenig profitieren", so die Forscher. Gemeint ist damit, dass die Geburtenrate im Vergleich zu ländlichen Regionen hauptsächlich in den Städten gestiegen ist. "In den Städten wurden in den vergangenen Jahren größere Fortschritte gemacht, was zum Beispiel den Ausbau der Ganztagsbetreuung angeht", so Klingholz.

So ziehen die Forscher das Fazit, dass die Effekte des Eltergeldes sich als „ernüchternd“ erwiesen hätte, es aber keinen „Weg zurück“ geben würde.  "Der Ausbau der Kinderbeetreuung unabhängig vom Erwerbsstatus der Eltern und von Ganztagesschulen ist dringend geboten - auch weil die Volkswirtschaft auf qualifizierte Frauen angewiesen ist."

2.8.10 10:08, kommentieren